der oberst hat niemand, ...

Musik & Lesung

DER OBERST HAT NIEMAND, DER IHM SCHREIBT

Ute Völker, Akkordeon
Caroline Keufen und Olaf Reitz, Sprache

Ein Kampfhahn ist dem Oberst noch geblieben. In einem kolumbianischen Tropendorf wartet er seit 56 Jahren vergeblich auf einen Brief der Regierung für seine Veteranenpension. Täglich ringen der Oberst und seine Frau ums Überleben und immer drängender wird die Frage, den Hahn zu verkaufen. Bis klar wird, dass der Hahn für das ganze Dorf zum Symbol der Hoffnung und des Widerstandes geworden ist. Nun ist der Oberst zu allem bereit, sein Warten hat ein Ende. ”Die Illusion kann man nicht essen”, sagte seine Frau. ”Aber sie nährt”, erwiderte der Oberst, am Rande des Wahnsinns.

Die Geschichte des wartenden Oberst, eines fast kindlichen Rebellen in einer Sprache, so klar, so knapp und knochendürr wie die Gestalt seines Helden, ist der zweite und kürzeste Roman von Gabriel García Marquez und wurde in Lateinamerika begeistert aufgenommen.