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Szenische Lesung
König Lear
Olaf Reitz und Reinhard Schiele
Was will uns Shakespeare damit sagen ?
Ist "König Lear" Shakespeares gewaltigste Menschheitstragödie oder nur ein konfuses Machwerk, erschütternde Offenbarung der ewiggleichen "Bedingungen des Menschseins" oder rührseliges Melodram über "kindlichen Undank" im Generationskonflikt; christliche Leidens- und Erlösungsparabel oder absurdes "Endspiel" in einem gottlosen, sinnentleerten Universum?
Ebenso wie man behaupten kann, dass das Stück eine reaktionäre Wehklage über den Verlust der patriarchalisch geordneten "guten alten Zeit" ist, kann man es umgekehrt für seine Norm sprengende, sozialutopische Gleichheitsbotschaft rühmen.
Goethe fand die story "absurd", Leo Tolstoi hielt den ganzen Lear für hanebüchen und Samuel Beckett vertrat die Meinung, es sei ein nicht inszenierbares Stück.
Olaf Reitz und Reinhard Schiele versuchen es trotzdem.
In Vortrag und Schauspiel erzählen sie die Handlung, stellen die Protagonisten vor- und dar, informieren über die Quellen sowie die Hintergründe von Interpretationen und Inszenierungen und machen auch vor einer Kritik des "Deutschen Klassikers" Shakespeare nicht halt. Gemeinsam mit dem Publikum wollen sie dem Theaterschreiber Shakespeare, seinen "wahren Motiven" und "tatsächlichen Absichten" auf die Spur kommen.
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