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Quadrophonische Installation in absoluter Dunkelheit
Ein nicht näher bezeichnetes Wesen hat unter der Erde ein weit verzweigtes labyrinthisches Netz von Gängen, Nebenplätzen und einem großen Hauptplatz geschaffen. Hier fühlt es sich sicher. Doch ”Der Bau” bietet nur scheinbar die wohlgelungene Sicherheit individueller Selbstverwirklichung. Der Traum von Stille und Frieden kann nicht - ja darf nicht beginnen.
“Schön ist es für das nahende Alter, einen solchen Bau zu haben, sich unter Dach gebracht zu haben, wenn der Herbst beginnt. Dort schlafe ich den süßen Schlaf des Friedens, des beruhigten Verlangens, des erreichten Zieles des Hausbesitzes. [...] Es gab glückliche Zeiten, in denen ich mir fast sagte, daß die Gegnerschaft der Welt gegen mich vielleicht aufgehört oder sich beruhigt habe [...]
Der Bau fasziniert, zieht den Leser förmlich hinein. Franz Kafka schafft es, diesem Wesen das “normale” Leben einzuhauchen. Dieses Leben, nach dem wir alle streben: Glück und Sicherheit, Ruhe und Ordnung, Frieden. Einmal das Gefühl erleben, angekommen zu sein. Den Zustand erreichen, alles zu haben, kein Mangel mehr erleiden zu müssen. Einfach nur noch sein und genießen.
Und obwohl eben alle Voraussetzungen geschaffen sind, funktioniert genau das nicht.
Kafka bietet mit diesem Werk einer theatralischen Umsetzung eine einmalige Chance an: Die dem Theater wesensgemäße Visualisierung wird nicht bedient. In absoluter Dunkelheit schwindet zunehmend das Gefühl für die Relationen des Raumes und der Zeit. Das wird akustisch unterstützt. Dieses Erlebnis ermöglicht dem Zuschauer eine individuelle Imagination des von Kafka skizzierten Wesens samt seines Baus. Das Wesen ist in den Köpfen. Theater findet im Dunklen statt. Der Zuschauer wird zum Voyeur des eigenen Selbst.
Sprecher: Olaf Reitz Quadrophonie & Sounddesign: Tim Buktu, Olaf Reitz
Auch als Hörspiel CD guanako audio ISBN 3-9807289-2-7
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